GESCHICHTE

Nachweislich war die geschützte Hafenbucht von Gythio schon von minoischen (vorgriechische Kultur) und phönizischen (~ 2. Jt.v.Chr.) Kaufleuten besiedelt. Bedeutsamkeit erlangte der Ort aber erst, als der Stadtstaat Sparta an Macht und Einfluss gewann, wobei Gythio zum Kriegs- und Hauptausfuhrhafen Spartas wurde.

455 v. Chr. wurde Gythio von den Athenern zerstört. Einem Belagerungsversuch durch die Truppen des Epaminondas konnte es sich 396 v. Chr. widersetzen, fiel jedoch 195 v. Chr. der Eroberung durch die Römer anheim. Während Gythio in römischer Zeit zum Bund der Freien Lakonier gehörte, erlebte es eine wirtschaftliche Blütezeit, wobei ihr materieller Wohlstand durch die Purpurschneckenfischerei, den Abbau von Marmor und den regen Warenaustausch über seinen Umschlaghafen zustande kam. In dieser Zeit baute man das kleine Amphitheater. Die Gythioten nahmen als gute und vorzeigbare Seefahrer an der Seite der Römer an verschiedenen Schlachten teil und ihr Handelsgeist verbreitete sich über das gesamte Mittelmeer.

Drei ganze Jahrhunderte spielte die Hauptstadt der Freien Lakonier unter der Obhut und der Kooperation der römischen Besatzer eine bedeutende Rolle und steigerte in großem Maße sein wirtschaftspolitisches Niveau. Als es 375 n.Chr. zu zerstörerischen Erdbeben kam und 395 n.Chr. zur Invasion des Alarich I, wird Gythio von seinen Einwohnern aufgegeben; sie richten sich in der schroffen Landschaft der Mani ein. An diesem schwierigen Wendepunkt tritt das Christentum in Erscheinung und unter seinem Einfluss erhält die Mani ihren ersten Siedlungskern, um später in den revolutionären Zeiten in wutig-kämpferischer Manier ihre große befreiende Rolle zu spielen.

Erst als sich ab Ende des 18. Jahrhunderts eine höchst einflussreiche Familie namens "Grigorakis" hier niederließ, wurde der alte Standort Gythio neu besiedelt und im Laufe fortschreitender Zeit zusehends aufgewertet. Zeitzeugen dieser Glanzzeit sind die zahlreichen Häuser aufwendiger Architektur, die heute teils im Komplettverfall begriffen, teils über kostspielige Renovation zu neuen Ehren kommen. Alt-Ansässige erzählen, als ein Maßstab für den Reichtum und gehobenen Stand einer Ansiedlung galt seinerzeit die Stückzahl von Klavieren in Relation zu den Haushalten vor Ort und Gythio habe mit einer großen Anzahl selbiger geglänzt.

Im Zuge der Landflucht bzw. der Zentralisation magerte die Stadt denn wieder ab, doch ein so reizvoller Ort, wie Gythio durch seine Lage und Umgebung nun einmal ist, erlangt es gegenwärtig unweigerlich seine wiederholte und verdiente Wertschätzung über einen zunehmenden Fremdenverkehr, bisher noch im optimal begrenzten Umfang - aufgrund fehlender Schnellanbindung -, um ausschließlich förderlich und noch nicht kontra-ästhetizierend zu wirken. Möge es dabei bleiben!

Informationen des Römisch-Germanischen Zentralmuseums für Vor- und Frühgeschihte in Mainz zum Hafen von Gythio The harbour of ancient Gythio


www.pasteli-manolakos.gr

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