WANDERUNGEN

DAS TAYGETOS GEBIRGE  mit dem Profiti Ilias

Majestätisch und imposant zieht er sich an der Westflanke Lakoniens in Nord-Süd-Richtung dahin, der mächtige Taygetos-Gebirgszug. Er ist die längste Bergkette und in dem Profitis Ilias hat er mit 2.407 m den höchsten Gipfel der gesamten Peloponnes.
Zum diesem Gipfel führt der internationale Fernwanderweg E4, mit Schutzhütte bei Varvara auf 1.600 m und mit Platz für 24 Personen. (Anfahrt über Anogia-Paleopanaja-Poliana-Pigi. Nach der Quelle Pigi Manganiari wird der Weg schlecht befahrbar.) Unvergleichlich schöne Landschaften, alte Pflasterwege, rauschende Quellbäche, engste Schluchten, byzantinische Kirchen, gewachsene traditionelle Dörfer hinterlassen bleibende Eindrücke. Auskünfte erteilt der Griech. Bergsteigerverein (EOS), Tel. 27310-22574 oder 27310-22938 oder 6973-434571.
Wallfahrtstag zum Gipfel des "Profiti Ilias"

Am 20. Juli steigen alljährlich viele Menschen zum höchsten fόnfgipfeligen Bergkamm des Taygetos-Gebirges auf. Wallfahrer aus den Dörfern Lakoniens und der Mani sind es, die sich zur Abenddämmerung in der schlichten Kapelle des Profeten einfinden, um ihr Alljahres-Gelübde abzulegen.

Von Gythio aus fährt man Richtung Sparta, biegt nach links ab und erreicht Kryoneri über den Forstweg Palaiopanagias-Polianas; von hier aus geht es dann, entweder auf den Rücken von Lasttieren oder auf festen Sohlen, aufwärts durch dichten Tannenwald. An der Wanderhütte vorbei, lässt man auf 1.600 Metern den Wald hinter sich und besteigt nun auf nacktem Untergrund den gigantischen Riesen des Taygetos. Hier wurzelt nichts weiter als der fahlgrüne, aromatische Bergtee. Nach vier bis fünf Stunden Aufstieg sind der Gipfel und damit 2.409 Höhenmeter erreicht.

Karg wie seine Umgebung ist das Kirchlein, das man hier antrifft. Nichts gibt es darin, weder Ikonen noch sonstige Kirchengegenstände, denn die gewaltigen Naturerscheinungen lassen dieserort nichts unversehrt. So wartet die Kapelle alljährlich auf seinen Wallfahrtstag, um von den Beauftragten und ihren Popen anlässlich ihres Festtages kirchlich geschmückt zu werden.

Neben der unscheinbaren Kapelle hat der ewig rauhe Wind natürliche Unterschlüpfe geschaffen, wo die müden Wallfahrer in Decken eingehüllt und die kühle Bergnacht verbringen können. Bei Einbrechen der Dunkelheit wird noch in einer Bodenkuhle mitgebrachtes Weihrauchgewächs unter Psalmengesang entzündet. Dies Feuerchen wird selbst von den entfernten Dörfern Lakoniens aus wahrgenommen und die noch so entfernten Beobachter bekreuzigen sich bei seinem - vielleicht auch nur assoziierten - Anblick.
Beim Abstieg am darauffolgenden Morgen werden vom Wegesrand noch fleißig Bergtee-Sträuίe gesammelt, bevor man wieder in den bezaubernden Wald eintaucht und am Ende einkehrt zu einem "Essgelage" unter vielfachem "Auf ein Neues im nächsten Jahr!"-Gerufe.
Geschichte des Profeten Ilias

Wenn man vom Profeten spricht, so sollte man auch die Hintergrundgeschichte kennen: Der Profet Ilias war nach einem Bootsunglück auf See knapp dem Tode entkommen. Als er sich mithilfe eines Ruders wie durch ein Wunder an Land retten konnte, beschloss er, an höchster Stelle, wo kein Mensch ein Ruder als solches kenne, eine Kirche zu errichten. Er fragte den ersten Menschen, dem er begegnete: "Was ist das, was ich unter meinem Arm trage?" Die Antwort war: "Ein Ruder". Der Profet schlug den Weg bergauf ein. Auch bei den nächsten Begegnungen bekam er die treffende Antwort. Demnach hatten die Leute hier immer noch einen Bezug zum Meer und kannten dessen Versuchungen. So beschloss er, die höchste Stelle zu erklimmen, wo er nurmehr einen einsamen Ziegenhirten antraf. Er grüßte diesen freundlich und fragte: "Was ist das, was ich unter meinem Arm trage?". Diesmal war die Antwort: "Ich weiß es nicht. Ich habe noch nie vorher so ein Ding gesehen." Da wusste der Profet, hier, an höchster Stelle, werde er sein Haus bauen, wo die Menschen nicht das Mindeste mit dem Meer verband. Seither findet sich in ganz Griechenland jeweils auf den höchsten Berggipfeln eine Unterkunft des Profeten Ilias.
DAS PARNON GEBIRGE

Die üppig grünen Hänge des Parnon, dieses friedlichen Gebirges, teilt sich Lakonien mit Arkadien. Und dort oben an der Grenze zwischen beiden Präfekturen erheben sich auch seine mächtigsten Gipfel, von denen die Megali Tourla mit 1.935 m der höchste ist. Malerische Bergdörfer, versteckt in Wäldern von Schwarzkiefern, Tannen und Baumwacholder, eine artenreiche Fauna und Vogelwelt und wunderschöne Bergtouren auf markierten Wanderwegen zu den Gipfeln erwarten den Natur- und Wanderfreund.

Am Nordwesthang des Parnon liegt in 900 m Höhe das hübsche Dorf Karyes. Ganz in der Nähe befand sich die antike Stadt Karyai, in der Artemis Karyatis mit den jungfräulichen Nymphen, den Karyatiden verehrt wurde, die Vorbild waren für die Koren des Erechtheions auf der Akropolis von Athen. Im Dorf gibt es eine Nachbildung des Erechtheions mit den Karyatiden. Die Marienkirche befindet sich höchstwahrscheinlich an derselben Stelle wie der antike Artemistempel.

Die Paron-Schutzhütte liegt in 1.400 m Hφhe bei Arnomousga; sie bietet Platz für ca. 35 Personen. (Anfahrt über Vresthena-Vernvakou mit ca. 26 km Waldfahrweg; ab Varnvakou beginnt der Bergpfad zum Gipfel.)
AUSKÜNFTE UND LINKS

  • Auskünfte erteilt der Griechische Bergsteigerverein (EOS), Tel. 27310-22574 oder 27310-22938 oder 6973-434571
  • Wanderführer zum Europäischen Fernwanderweg E4 Peloponnes von Rolf Roost
  • Griechenlandkarten und Reiseführer im Überblick www.griechenlandkarten.info
  • Webseite zum Bergsteigen und Wandern in Griechenland www.oreivatein.gr


    • descriptionProphete Ilia with snow
    • descriptionSparti and the Taygetos mountains
    • descriptionTaygetos mountains
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    • descriptionMountain range Parnonas
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